1. Frankfurter Gardecorps

1. Frankfurter GardecorpsDie Vereinsgeschichte beginnt im Jahre 1954. Da wurde im Frankfurter Stadtteil Heddernheim – den man zu Fastnachtszeiten gern „Klaa Paris“ nennt, die Karnevalgesellschaft „Konfetti“ durch den Altmeister fastnachtlichen Brauchtums, Franz Schmidt, mit anderen Getreuen gegründet. Sie war bald der Hort der Fröhlichkeit in diesem lustigen Orte, weil man sich ja gegenüber den alteingesessen Fastnachtsvereinen „Heddemer Käwwern“ und „Fidele Nassauer“ durchsetzen wollte, wurde gar bald eine Tanzgarde und ein Fanfarenzug gegründet.

Im Jahre 1963 wurden in Frankfurt am Main „Die Scharfschützen“ gegründet, ein Gardecorps, das seine Traditionen, was und nur die Uniform betrifft, dem „reichsstädtischer Bürgermilitär“ von anno 1793 entnahm, dem sog. „Bürgerliche Schafschützen“ zum Schutz der Heimatstadt angehört hatten. Der Schwerpunkt des Gardecorps war von Anfang an die Jugendarbeit, Fanfarenzug und Tanzgarde, wobei letztere es bald zu hohem Ansehen brachte.

Im Jahre 1969 schlossen sich diese beiden Vereine zusammen und nannten ihre Fraktionsgemeinschaft „1. Frankfurter Gardecorps.

Getreu den selbstgestellten Aufgaben wurde im Bereich Heddernheim/Nordweststadt die fastnachtliche Tradition hochgehalten und gefestigt. So ist das FGC einer der Träger der „Zuggemeinschaft Klaa Paris“, die alljährlich zum Vergnügen von zehntausend Besuchern aus Frankfurt und Umgebung den Fastnachts-Dienstag-Zug ausrichtet. Andererseits wurde ein Schwerpunkt dahin gesetzt, – durch den Zusammenschluss gestärkt – möglichst viele Jugendliche heranzuziehen, ihnen das Tanzen und Musizieren beizubringen und zum Dritten mit ihr heimatliche und Beziehungen zum Ausland zu pflegen. Die schon bei den Scharfschützen erfolgreiche Tanzgarde wurde durch „Nachwuchsorganisation“ erweitert und so wurden schon 1969 für die Jüngsten, Mädchen und Jungen im Vorschulalter, die „Nesthäkchen“ aus der Taufe gehoben, sie wurden ergänzt durch das „Kadettencorps“ für die Altersgruppe 6-10 Jahre, und unsere „Juniorengarde“ heute „Dancelights“ genannt, Teenies im Alter von 12-15 Jahren.

Was wir wollen:

Zweck des Vereins ist der Zusammenschluss von Personen zur Pflege des bodenständigen Kulturgutes und des heimatlichen, insbesondere des fastnachtlichen Brauchtums, der Musik, des Laienspiels, der Gymnastik, des Volkstanzes und des Tanzsports.

Wie wir uns verwirklichen:

Der Satzungszweck wird verwirklicht durch öffentliche Veranstaltungen zur Repräsentation traditionsgebundener Fastnachtsbräuche, Durchführung von Vortragsveranstaltungen und Unterstützung wissenschaftlicher Forschungsvorhaben zur Stärkung der Kenntnisse über geschichtliche Traditionen des heimatlichen Brauchtum, Förderung und Pflege des Leistungs- und Amateursports in den Fächern Klassischer Tanz, Folklore, Schautanz, Gardetanz, Majorettensport, Gymnastik und andere artverwandte Sportarten. Förderung und Pflege musikalischen Engagements in Blas- und Volksmusik.

Unsere Traditionen:

Wir beziehen uns auf die Traditionen des frankfurterischen, reichsstädtischen Bürgermilitärs (anno 1793) der Heddernheimer Karnevalgesellschaft „Konfetti“ gegr. 1954 des 1. Frankfurter Gardecorps „Die Scharfschützen“ gegr. 1963

Unsere Mitglieder:

Die Mitglieder gliedern sich in aktive, die die Arbeit des Vereins direkt unterstützen und passive, die dem Verein fördernd zur Seite stehen.

Was wir bieten:

Unsere Mitglieder haben die Möglichkeit sich freizeitlich in folgenden Bereichen aktiv zu betätigen:

Karneval:

Er knüpft an die Aktivitäten unseres Fusionsvereins, der Konfetti Karnevalgesellschaft an. Angefangen von den närrischen Sitzungen in des Fastnachtsaison, über Ausrichtung von „Krebbelkaffees“ in Altenheimen und Veranstaltungen der Wohlfahrtsverbänden bis hin zur Mitwirkung bei Fastnachtsumzügen, ein wahrhaft reichhaltiges Betätigungsfeld für die „Narren“ unter uns.

Gardetanzsport:

In mehreren Altersgruppen, angefangen vom Vorschulalter bis hin zur Hauptklasse wird ein reichhaltiges tänzerisches Programm angeboten. Solisten, Paare, Gruppen werden durch Trainerinnen in den Disziplinen Gymnastik, Gardetanz, Schautanz (Charakter, Folklore, Freestyle, Modern ) ausgebildet. Dabei wird niemand überfordert, sondern spielerisch und vorsichtig, dem Alter angemessen, an den Leistungssport herangeführt. Gymnastische Übungen haben für die gesunde, körperliche Entwicklung dabei einen großen Stellenwert.

Seniorensport:

Angeregt durch „Ehemalige“ unserer „Prinzeßgarde“, durch Mütter unserer „Nesthäkchen“, und den Damen unserer „Kleiderkammer“ haben wir seit einigen Jahren damit angefangen, für unsere „Seniorinnen“ und die Damen des sog. „Mittelalters“ eine entsprechende gymnastische Betätigung anzubieten

Fanfarenzug:

Auch hier gilt unser Angebot sowohl für Schüler, Auszubildende und Erwachsene beiderlei Geschlechts, die ein „Faible“ für Musik haben. Es werden das Instrumentenspiel von der Trompete bis zur Tuba bzw. Schlagzeuginstrumente gelehrt. Engagierte Lehrer mit viel Einfühlungsvermögen, was Alter, die Vorkenntnisse und die Eignung betrifft, sorgen für eine solide Ausbildung.
Der Fanfarenzug stattete sich mehr und mehr mit Instrumenten, Fanfaren und Drums der verschiedensten Tonlagen aus und begeistert heute als „Drum und Fanfarencorps“ sein Publikum.

Majoretten, eine über den „Großen Teich“ und seiner nachkriegszeitliche Hochburg Frankreich zu uns kommende Kunst, die „Twirling-Baton´s“ geheißenen Glitzerstäbchen und „Pom Pon´s“ gekonnt wirbeln, hatten es uns angetan, und schon bald konnten sich Solistinnen und unsere Gruppen, teilweise in Frankreich ausgebildet, teils durch „Stages (Kurse)“, durch die unvergessene französische Übungsleiterin Marie Ange Brillet, Nice; dem erstaunten Publikum präsentieren.

Agierte die Konfetti KG zunächst im Saal des „Nassauer Hofes“, Heddernheimer Landstraße, wechselte sie sehr bald, weil die Räumlichkeiten zu klein wurden, in die Turnhalle Eschersheim und ins Volksbildungsheim am Eschenheimer Turm. Die Scharfschützen waren zuerst im „Haus Dornbusch“ heimisch, mussten aber den zu dieser Zeit dortselbst abgehaltenen Theatervorstellungen weichen. Bis zur Eröffnung des Nordwestzentrums und des Bürgerhauses Nordweststadt waren sie bemüht, das „Haus Gallus“, Frankenallee, nach Abschluss der dort gehaltenen Gerichtsprozesse mit einem Vereinsleben zu beleben und zum Anziehungspunkt für Vereinsmitgliedern und Publikum zu machen.

Bis zum Umbau des Nordwestzentrums und der Erweiterung des Bürgerhauses zu Kultur- und Freizeitzentrum, „Titusthermen“, war das Bürgerhaus die Heimat des 1. FGC.
Für unsere öffentlichen Großveranstaltungen ist das Bürgerhaus Nordweststadt zwar nach wie vor das Haus unserer Wahl, mit den Übungsstunden mussten wir, in die Fachhochschule und in das Haus Ginnheim ausweichen.

Aufgrund eines Überlassungsvertrages, abgeschlossen mit der Saalbau GmbH, haben wir seit 1. Januar 1995 das Haus Ginnheim in eigener Regie übernommen und können es neben Eigennutzung hoffentlich auch zu einem Haus der Begegnung für alle interessierten Bürger machen.