Geburt der Heddernheimer Fastnacht

Alljährlich, wenn nach langen Philistertagen die üblichen Novembertage kommen, an denen es manchmal regnet, mal die Sonne scheint, ja wenn

Von der Stätte wo so häufig
Schon der Narrheit Wort erklang,
wo der Unsinn so geläufig
in manchem Lied gen Himmel klang,
wo von stußgeweihter Stelle
bodenloser Blödsinn lacht,
wenn von Narrenhimmelsschwelle

allen Gruß wird dargebracht,ja, dann kommt sie die herrliche Zeit der Fassenacht.

Wer kennt sie nicht, wessen Narrenherz hüpft nicht vor Freude beim Klang dieser Worte?
Wer wollte da hinterm Ofen sitzen bleiben und Trübsal blasen?
Seit nunmehr 173 Jahren ist dieses herrliche volkstümliche Brauchtum in unserem Heddernheim verwurzelt. Aber die Ursprünge reichen in das 1. Jahrhundert n.Chr. zurück, als die römischen Eroberer hierher in unsere Gegend kamen und sich die erste Römersiedlung namens N i d a  gründete. Hier wurden Frühlingsfeste gefeiert und wahrscheinlich zogen auch bunt geschmückte Wagen und Menschen durch die Straßen.
Aber zurück zur unseren 173-jährigen Fastnacht Aus dem Kassenbuch des damaligen Gemeinderechners geht hervor, dass bereits im Jahre 1837 in Heddernheim Fastnacht gefeiert wurde, denn dort steht: „Zahlt die Tanzmusik von der Fastnacht mit 3 Kreuzer“, es gab also schon damals eine Art Vergnügungssteuer.

Dieselbe Eintragung erfolgte auch im Jahre 1839.

Eintragung Jahre 1839Mündlichen Überlieferungen zufolge ist die erste nennenswerte Fastnacht im Jahre 1839 mit einem Fastnachtszug gefeiert worden. Die Anlass zu diesem Umzug war die Schenkung und Entstehung einer sogenannten „Gemeinde Pumpe“ – heddemerisch „Gemaa Bumb“ genannt, durch den damaligen Gemeinderat.
Bis dahin waren am Ort nur Ziehbrunnen in Gebrauch. Der weise Rat wurde ob seiner herrlichen Tat gelobt und gepriesen und man zerbrach sich den Kopf, wie man der Gemeinde besonders danken könnte. Einig war man sich, dass dies nur durch ein Volksfest geschehen kann und da die Kerb bereits vorbei war, blieb nur die Fastnacht als Termin. Gerade zu dieser Zeit kamen Heddernheimer Handwerksburschen, die auf ihrer Wanderschaft wahrscheinlich im Rheinland Fastnachtsumzüge miterlebt hatten, in ihre Heimat zurück. Sie nahmen die Einweihung der neuen Gemeinde-Pumpe als Grund, eine Nachbildung dieser Pumpe zu zimmern.